Schwellwerk-Projekt Heiliggeist

Orgelrevision

Die Metzler-Orgel in der Heiliggeistkirche ist ein intensiv genutztes Instrument und über die Landesgrenzen hinaus geschätzt. Im Kanton Bern ist sie diejenige Orgel, auf welcher jährlich am meisten Konzerte stattfinden. Sie erklingt pro Jahr in rund 65 Konzerten und 53 Gottesdiensten, wird als Unterrichts- und Übinstrument von Studierenden der Musikschule Konservatorium Bern, der Kirchenmusikabteilung der Hochschule der Künste Bern, des Bernischen Organistenverbandes und der Schweizerischen Fachhochschule Kaleidos genutzt. Die intensive Nutzung spiegelt sich in Verschleiss- und Abnutzungspuren im Innern der Orgel, welche seit einiger Zeit zunehmend zu Funktionsstörungen führen.  

Die Orgel wurde 1981 durch Bernard Edskes, Projektleiter bei Orgelbau Metzler geplant und intoniert. Heutige Orgeln sind so gebaut, dass sie grundsätzlich 15-20 Jahre störungsfrei funktionieren. Die letzte Revision wurde im Jahre 2004 durchgeführt.

Um den Werterhalt und die zuverlässige Funktionstüchtigkeit der Orgel in Zukunft zu garantieren, steht in den kommenden Jahren eine umfangreiche Revision an.

Orgelrevisionen bieten nebst den notwendigen Ersatz- und Reinigungsarbeiten stets auch die Möglichkeit, das Instrument klanglich zu verbessern. Im Jahre 2004 kamen die Register Vox humana 8‘, Nasat 2 2/3‘ und Sesquialter (Basshälfte) neu dazu. Die bevorstehende Revision soll genutzt werden, um das fehlende Schwellwerk zu ergänzen.

Schwellwerk-Projekt

Das Schwellwerk ist ein Teil der Orgel, welcher vom Organisten in der Lautstärke flexibel reguliert werden kann. Die Pfeifen dieses Teilwerkes befinden sich in einem verschlossenen Raum oder Holzkasten, dem Schwellkasten, dessen Vorderseite sich mit Hilfe einer Jalousie öffnen und schließen lässt.
Rund 50% der Orgelliteratur benötigen ein Schwellwerk. Ausserdem ist es beim Begleiten von Chören und nicht selten auch beim Gemeindegesang nötig, dass sich die Orgel dynamisch stufenlos dem Gesang anpassen kann.

Aus finanziellen Gründen und aus ästhetischen Vorlieben der Bauherrschaft, verzichtete Metzler 1981 auf ein Schwellwerk in der Heiliggeistkirche und baute eine Orgel mit lediglich zwei Manualen und Pedal. Metzler stand dem Schwellwerk zu keiner Zeit ablehnend gegenüber. Metzler-Orgeln mit Schwellwerk sind keine Seltenheit. Das zeigt allein das Werkverzeichnis aus den 1980er Jahren, mit Orgeln, die im Hauptwerk (HW) und Positiv (RP) eine sehr ähnliche Disposition wie in der Heiliggeistkirche aufweisen:

Metzler-Orgeln aus den 80er Jahren mit Schwellwerk:
Freiburg i. Br., St. Johann, 1981
Zofingen, Stadtkirche 1983
Thalwil, St. Felix und Regula, 1985
Bremgarten, St. Nikolaus, 1988
Salzburg, Dom 1988
Salzburg, Franziskaner Kirche, 1989
Basel, St. Clara, 1993

Die Liste lässt sich beliebig erweitern mit Metzler-Orgeln von 1960 bis heute.

In der Heiliggeistkirche kann ein Schwellwerk sehr leicht zur bestehenden Orgel hinzugefügt werden. Die bestehende Orgel bleibt dabei klanglich und technisch unverändert, erhält durch die neuen Register des Schwellwerks aber die notwendige dynamische und poetische Erweiterung der Klangpallette. 

Hierzu sind keine optischen und baulichen Veränderungen im Kirchenraum nötig. Auf dem Kirchen-Estrich ist der Raum des Schwellwerkes der Vorgängerorgel noch vorhanden. Die Isolation gegen Kälte und Feuchtigkeit ist intakt, ebenso ist der Schallkanal in den Kirchenraum noch existent und kann leicht wieder in Betrieb genommen werden.

Finanzierung

Grössere Orgelbau-Arbeiten eignen sich jeweils gut, die Identifikation der Gemeindeglieder und der breiteren Öffentlichkeit mit der Orgel aufzufrischen bzw. neu zu fördern.

Zur Finanzierung verfolgen wir eine Dreisäulen-Strategie:

  • Eingabe Revisionsbudget bei der ref. Gesamtkirchgemeinde
  • Beiträge öffentlicher und privater Stiftungen und Gönner.
  • Erträge aus Benefizkonzerten